artour
Kultur (D 2026)
Gibt es den typischen Ostmann? Der ostdeutsche Mann trinkt, ist arbeitslos, rechtsradikal und demokratieunfähig – so das Klischee, das sich seit mehr als 30 Jahren in den Medien hält. Ralph Gerstenberg warnt in seinem Buch "Der ostdeutsche Mann" vor einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung, die diese ständige Stigmatisierung als "abgehängter Verlierer" mit sich bringen kann. Den ostdeutschen Mann will der Autor dennoch nicht pauschal in Schutz nehmen. Er sucht vielmehr nach Differenzierung. Gerstenberg schildert den massiven Bedeutungsverlust ostdeutscher Arbeiter nach der Wende 1989 sowie die die daraus resultierenden Ost-West-Unterschiede und soziokulturellen Prägungen. "artour" hat Ralph Gerstenberg und die in Jena lehrende Soziologin Sylka Scholz, die sich mit Männlichkeitsforschung beschäftigt, zum ostdeutschen Typ von Mann befragt. Neues Album der Dresdner Band "Freunde der italienischen Oper" Die "Freunde der italienischen Oper" – der Name kommt aus dem Film "Manche mögen's heiß" – sind eine Dresdner Legende. 1987 in Dresden gegründet, galten sie als eine der ersten Punk-Undergroundbands in der DDR. Regisseur Wolfgang Engel engagierte sie 1990 für seine Faustinszenierung am Staatsschauspiel Dresden und drehte mit ihnen, damals ganz neu, Videos für die Bühne. Nach mehreren Konzerttourneen, Auflösungen und Neugründungen, fand sich die Band für die Arte-Produktion "Mein Herz brennt" 2005 wieder zusammen, um mit Opernweltstar René Pape zu rocken. Das wiederholte sich nun, nach 21 Jahren, im Festspielhaus Hellerau anlässlich der Albumpräsentation von "FDIO", wie sie sich selbst nennen. "Angelus Luminis" heißt die neue Platte, auf der auch René Pape als Gast mitwirkt. "artour" war bei dem denkwürdigen Album-Release-Konzert dabei und traf den Sänger der Band, Ray van Zescha, und Opernstar René Pape. Trickfilmerin Vivienne Barry – Aus Chile zur DEFA und zurück Sie gilt als die chilenische Animationspionierin: 1973 floh Vivienne Barry als junge Frau vor der Militärdiktatur Pinochets aus Chile und landete mit ihrer Familie in Dresden. Beim DEFA-Trickfilmstudio lernte sie zu animieren und nahm bei der Rückkehr nach Chile nicht nur ihr Wissen mit, sondern auch Inspiration. Das DDR-Sandmännchen hat ihr so gut gefallen, dass sie chilenische Gute-Nacht-Geschichten für Kinder entwickelte. Mehrere Jahre lang brachte dort "Tata Colores" die Kinder ins Bett. Für das internationale Kinderfilmfestival "Schlingel" kehrte sie nun nach vielen Jahren wieder zurück nach Sachsen, um in Chemnitz den "Ehrenschlingel" für ihr Lebenswerk entgegenzunehmen und Dresden zu besuchen. Helden oder Verräter? Die gefährliche Welt der Whistleblower Whistleblower leben gefährlich. Ein Click, und ein Geheimnis erreicht die Weltöffentlichkeit. Sie gelten als Helden. Oder Verräter. Der preisgekrönte Regisseur Marc Bauder erkundet mit seinem Dokumentarfilm "Whistleblower" die Welt dieser Informanten, in der es lebensnotwendig ist zu wissen, mit wem, wann und wie Wissen geteilt wird. Über drei Jahre begleitet er Jäger und Gejagte weltweit und jene, die die Whistleblower schützen: Menschenrechtsanwälte, aber auch Delphine Halgand-Mishra mit ihrer Organisation "The Signal Networks". Ihr geht es darum, den Whistleblowern ein Leben "danach" zu sichern. Notfalls organisiert sie politisches Asyl. Heute sind Whistleblower gefährdeter denn je, das ist die Erkenntnis des Regisseurs. Mit "artour" diskutiert er, warum Whistleblower ihr Leben und ihre Freiheit riskieren, um die Öffentlichkeit über Missstände zu informieren. "Whistleblower" kommt am 15. Oktober in die Kinos. Kulturkalender - Streaming-Tipp: "No Angels" – Dokumentation in der Mediathek - "Allegorien des Lebens – Ursula und Wolfgang Mattheuer", Chemnitz, Kunstsammlungen, bis 11.04.2027 - "Das blaue Haus", Jena, Theaterhaus, Uraufführung am 15.10. - "Heimsuchung" – ab 15.10. im Kino
- Gibt es den typischen Ostmann?.
- Neues Album der Dresdner Band "Freunde der italienischen Oper".
- Trickfilmerin Vivienne Barry – Aus Chile zur DEFA und zurück.
- Helden oder Verräter? Die gefährliche Welt der Whistleblower.
- Kulturkalender.
Wiederholung
Fr, 16.10.2026 | 00:55 - 01:25