First Cow
Drama (USA 2019)
Im frühen 19. Jahrhundert reist der Koch Cookie (John Magaro) durchs wilde Oregon. Er hat kein wirkliches Ziel im Leben, bietet Trappern und Native Americans seine Kochkünste an, um ein bisschen Geld zu verdienen und zu überleben. Menschliche Verbindungen sind an solchen Orten rar, jeder ist sich selbst der Nächste. Fernab jeder Zivilisation trifft er auf King-Lu (Orion Lee), der sich nackt und hungrig im Gebüsch versteckt. Der Chinese ist auf der Flucht, weil er einen Mann erschossen hat. Cookie bietet ihm Essen und sein Zelt zur Übernachtung an. Als er am nächsten Morgen aufwacht, ist King-Lu verschwunden. Der tatkräftige King-Lu hat im Gegensatz zum zurückhaltenden Cookie ein klares Ziel: Er will in den USA reich werden und ist wie unzählige andere Glücksjäger in der Gegend auf der Suche nach Gold. Als die beiden sich im Fort wieder begegnen, hat King-Lu eine Idee. Der örtliche Grundbesitzer, ein britischer Aristokrat (Toby Jones), hat seine Kühe in die Wildnis transportieren lassen, um seinen Nachmittagstee mit Milch zu versüssen. Doch nur eines der Tiere hat überlebt. King-Lu überzeugt Cookie davon, diese Kuh nachts zu melken und die Milch für Ölgebäcke zu verwenden. Die Küchlein verkaufen sich im Fort hervorragend. Aus ihrem gemeinsamen, nicht ungefährlichen Unternehmen entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Kelly Reichardts ungewöhnlicher Western beginnt in der Gegenwart: Eine Frau findet auf einem Spaziergang mit ihrem Hund zwei menschliche Skelette, die nebeneinander begraben sind und sich an der Hand halten. Aus dem Fund entwickelt sich die Geschichte der beiden Freunde aus dem frühen 19. Jahrhundert, deren homophile Beziehung zwar angedeutet, aber nie ausgespielt explizit gezeigt wird. Die Regisseurin stellt auch sonst viele Western-Klischees auf den Kopf. So ist etwa das wahre Gold in der Geschichte die Milch der einzigen Kuh weit und breit. Michael Sennhauser dazu in seinem Filmblog: "Cookie und King sind zwei unglaublich menschliche Figuren in einer harten Welt. Und 'First Cow' ist ein wunderbares, leises, lächelndes Vergnügen." "First Cow" wurde von "The Half-Life: A Novel" von Jonathan Raymond inspiriert. Raymond selber adaptierte seinen Roman gemeinsam mit Reichardt für den Film. Reichardt, die seit ihren Filmen "Certain Women" und "Wendy and Lucy" zu den profiliertesten Filmemacherinnen des US-Independent-Kinos gehört, inszenierte die Geschichte langsam und mit viel Liebe und Geduld für ihre Figuren. "Delikatessen" zeigt "First Cow" im englischen Original mit deutschen Untertiteln.
- John Magaro (Cookie)
- Orion Lee (King-Lu)
- Ewen Bremner (Lloyd)
- Scott Shepherd (Captain)
- Jared Kasowski (Thomas)
- Gary Farmer (Totillicum)
- Dylan Smith (Trapper Jack)
- Rene Auberjonois (Man with Raven)
- Toby Jones (Chief Factor)
- Lily Gladstone (Chief Factor's Wife)
- Alia Shawkat (Woman with Dog)
- Manuel Rodriguez (Trapper Bill)
- Clayton Nemrow (Trapper Clyde)
- Ryan Findley (Tapper Dame)
- Patrick D. Green (Russian Trapper)
- Evie (The Cow)
- Jean-Luc Boucherot (Sailor in Saloon)
- Jeb Berrier (Cribbage Player)
- John Keating (Heckler in Saloon)
- Don MacEllis (Brilliant William)
- Todd A. Robinson (Fort Trapper)
- Kevin Michael Moore (Fort Trapper)
- Eric Martin Reid (Fort Trapper)
- Ted Rooney (Fort Trapper)
- Phelan Davis (Fort Trapper)
- Mike Wood (Fort Trapper)
- Sabrina Morrison (Totillicum's Wife)
- Mitchell Saddleback (Chief Factor's Servant)
- Mary Ann Perreira (Hawaiian Woman)
- T. Dan Hopkins (Hawaiian Man)
- FSK 12
