kulturMONTAG
Kultur (A 2026)
Das Beste zum Feste – Die Bregenzer Festspiele werden 80: Zum 80-Jahr-Jubiläum der Bregenzer Festspiele lässt es Intendantin Lilli Paasikivi ordentlich krachen. Rund 6.800 Menschen – Chöre, Gesangsgruppen oder einfach nur Singbegeisterte – machen beim großen Singalong auf der Seebühne mit, um gemeinsam herausragende Stücke der Operngeschichte darzubieten. Unter dem Motto "Alemania cantat" verwandelt der australische Dirigent Steven Moore die unglaubliche Kulisse am Bodensee mit einem Programm von "O sole mio" über Verdis "Nabucco" bis zu "Happy Birthday" in einen besonderen Klangraum. Apropos Giuseppe Verdi – zum ersten Mal in der Geschichte des Festivals ist auf der Seebühne dessen Publikumshit "La traviata" zu erleben. Das Werk ist wohl eine der berühmtesten Opern der Welt, zugleich einer der größten Skandale der Musikgeschichte. Denn der Komponist stellte eine Prostituierte ins Zentrum, was für Empörung sorgte. Mit ihrer spektakulären Kulisse wird die Seebühne zum Spiegel einer Welt, in der eine Frau an der Liebe zerbricht. Nicht nur die Premiere, mit der die Festspiele eröffnen und die vom ORF am 24. Juli übertragen wird, ist längst ausverkauft, auch alle anderen Vorstellungen. Insgesamt werden für die rund vierwöchigen Festspiele etwa 250.000 Besucher:innen erwartet. Und doch haben die Veranstalter ihre liebe Not mit dem Geld. Im vergangenen Jahr wurden das renommierte Festival von Subventionskürzungen überrascht, die über zwei Jahre ein Minus von 4,2 Millionen Euro ausmachen. Vom Jahresbudget mit 25 Millionen Euro muss die Institution etwa 80 Prozent selbst erwirtschaften. Staffelübergabe in Salzburg – Roxane Duran als neue Buhlschaft: Hoffmannsthals "Jedermann" hat sie laut eigenen Angaben noch nie gesehen und könne daher völlig unbefangen an die kleinste Rolle im berühmten Spiel ums Sterben des reichen Mannes herangehen. Roxanne Duran übernimmt heuer von Deleila Piasko die Traumpartie bei den Salzburger Festspielen. Kaum ein Theaterstück hat ähnlich viel Strahlkraft wie die alljährliche "Jedermann"-Produktion auf dem Salzburger Domplatz und gilt nach wie vor als künstlerisches Adelsprädikat. Für die 1993 in Paris geborene französisch-österreichische Schauspielerin ist die Rolle der Buhlschaft ihr Debüt im deutschsprachigen Theater. Bisher war Roxane Duran vor allem in Film- und TV-Produktionen zu sehen, etwa schon 2009 als 15-Jährige in Michael Hanekes mehrfach preisgekröntem Drama "Das weiße Band" als die von ihrem Vater missbrauchte Tochter, vier Jahre später in der Rolle der Prinzessin an der Seite von Stars wie Mats Mikkelsen und Bruno Ganz in dem Film "Michael Kohlhaas" von Arnaud des Pallières, oder in Stefan Ruzowitzkys Hesse-Adaption "Narziss und Goldmund". In Frankreich feierte sie als Anne Frank auf der Bühne Erfolge. Die Inszenierung wurde sowohl im Théâtre Rive Gauche in Paris als auch im Zuge von Tourneen in Frankreich, Belgien und der Schweiz gefeiert. In die Rolle der "Buhlschaft" will sich die Schauspielerin mit Energie und voller Emotionen hineinstürzen. Für sie ist die "Buhlschaft" weit mehr als eine Nebenrolle, sie ist Projektionsfläche, Stilikone und mediales Ereignis. Der "kulturMONTAG" hat Roxane Duran bei den Proben in Salzburg zum Interview getroffen. Faszination Carmen – Asmik Grigorian bei den Salzburger Festspielen: Sie gilt als eine der faszinierendsten und gefragtesten Opernsängerinnen der Gegenwart. Asmik Grigorians Terminkalender ist mehr als voll, sie jettet zwischen Barcelona, New York, Wien, Florenz, München und bald Salzburg hin und her. Ebendort, bei den Salzburger Festspielen gelang der Litauerin mit "Salome" 2018 der internationale Durchbruch. In diesem Sommer wagt die neugierige Sopranistin mit George Bizets "Carmen" ein neuerliches Debüt. Diese Opernrolle gilt als Archetypus der Femme fatale, die sich über alle Grenzen bürgerlicher Moral hinwegsetzt und auch dann noch souverän ihren Gefühlen folgt. Dass Grigorian die Partie angenommen hat, war mehr eine spontane Entscheidung, wie sie im Interview erzählt. "Mich faszinieren bekannte Werke, bei denen das Publikum glaubt, genau zu wissen, was es erwartet. Bei Carmen hatte ich sofort das Gefühl, diese Figur anders zu empfinden. Je intensiver ich mich mit Text und Musik beschäftige, desto mehr merke ich, wie schwierig diese Rolle ist." Auch Gabriela Carrizo, Kopf des international gefeierten Kollektivs "Peeping Tom", wird ihr Regie-Debüt in Salzburg geben. Die argentinische Regisseurin und Choreografin macht sich in ihrer Inszenierung, die der ORF am 8. August live-zeitversetzt überträgt, auf die Suche nach der Identität jener zum Mythos gewordenen Frau.
- Das Beste zum Feste – Die Bregenzer Festspiele werden 80.
- Staffelübergabe in Salzburg – Roxane Duran als neue Buhlschaft.
- Faszination Carmen – Asmik Grigorian bei den Salzburger Festspielen.
Wiederholung
Di, 21.07.2026 | 03:05 - 03:50