Liebe und Geschwätz
Comedy (I,F,E 1958)
Der Rechtsanwalt Bonelli (Vittorio De Sica) ist nicht nur ein begnadeter Redenschwinger, sondern in seiner Position als Gemeinderatsmitglied seines Heimatortes Matorno auch ein unbeirrbarer Kämpfer für das Wohl des Volkes. Dann aber wird der gute Mann überraschend zum Bürgermeister ernannt – und von einem Tag auf den anderen werden sein Idealismus und seine Integrität auf eine harte Probe gestellt. Eigentlich hatte Bonelli sich stets dafür eingesetzt, endlich den Neubau des im Krieg zerstörten Altersheims in Angriff zu nehmen. Nun aber sieht die Sache etwas komplizierter aus – denn das geplante Gebäude würde dem einflussreichen Wurstfabrikanten Paseroni (Gino Cervi) die Sicht aus seiner mondänen Villa versperren. Um Bonelli auf seine Seite zu ziehen, lädt Paseroni ihn dazu ein, auf einem Fest bei ihm zu Hause eine große Rede zu halten, die sogar in Rundfunk und Fernsehen übertragen werden soll – ein Angebot, für das der eitle Bonelli sogar sein Versprechen gegenüber den Bürgern vergisst. Derweil geht es auf privater Ebene im Hause Bonelli drunter und drüber: Sohn Paolo (Geronimo Meynier) hat sich ausgerechnet in Maria (Carla Gravina), die Tochter eines Straßenfegers, verliebt. Der Bürgermeister sieht seinen Sohn jedoch bereits mit Paseronis Tochter Doddy (Alessandra Panaro) vor dem Traualtar – und verbietet Paolo den Umgang mit Maria. In ihrer Verzweiflung beschließen die jungen Leute davonzulaufen. In Rom wollen sie ihrem Leben ein Ende setzen. Gerade als Bonelli in Paseronis Haus mit seiner sorgfältig einstudierten Rede beginnen will, erreicht ihn die Nachricht vom Verschwinden des Liebespaars. So nutzt er kurz entschlossen die landesweite Übertragung für einen Aufruf an die Bevölkerung, nach Maria und Paolo Ausschau zu halten... "Liebe und Geschwätz" ist eine amüsante Gesellschaftskomödie. In einer pointierten Mischung aus Milieu- und Charakterstudie nimmt der Film politische Phrasendrescherei und bürgerliche Doppelmoral aufs Korn. In den Hauptrollen brillieren Vittorio De Sica und Gino Cervi.
- Vittorio De Sica (Vittorio Bonelli)
- Gino Cervi (Carlo Paseroni)
- Carla Gravina (Maria Furlani)
- Geronimo Meynier (Paolo Bonelli)
- Elisa Cegani (Clara Bonelli)
- Alessandra Panaro (Doddy Paseroni)
- Isa Pola (Sonja Paseroni)
- Nicolás D. Perchicot (Il vecchio Borghi)
- Mario Meniconi (Spazzino Furlani)
- Pilar Gómez Ferrer (Signora Furlani)
- Félix Fernández (Salviati)
- Miguel Gómez (Dottore)
- Renato Malavasi (Ripandelli)
- Mario Passante (Consigliere comunale)
- Oscar Andriani (Consigliere comunale)
- Lina Furia (Grimilde)
- Amalia Pellegrini (La vecchia tifosa)
- Arturo Bragaglia (Vecchietto dell' ospizio)
- Armando Annuale (Vecchietto dell' ospizio)
- Mario Moneta (Vecchietto dell' ospizio)
- Giulio Paradisi
- Felice Minotti
- Ciccio Barbi
- Andrea Pegan
- Eugenio Incisivo
- Isa Bartalini (screenplay)
- Alessandro Blasetti (screenplay)
- Cesare Zavattini (screenplay)
- Alessandro Blasetti
- Isa Bartalini (assistant director)
- Mara Blasetti (assistant director)
- Agustín Navarro (assistant director)
- FSK 12
