Twist
Kultur (D 2026)
Scheitern die Männer am Ideal der Männlichkeit? Neue Fälle von sexualisierter Gewalt und Deepfakes in Deutschland und Frankreich erschüttern die Öffentlichkeit. Die Manosphere auf Social Media schürt frauenfeindliche Fantasien. Denken Männer selbst über ihre aktuelle Rolle nach? Was wollen sie verändern? In seinem Buch "Alpha Boys" wirft Comedian und Podcaster Aurel Mertz einen satirischen Blick auf die neue Hypermaskulinität. Für seine Recherchen reiste er bis nach Asien in ein Männer-Camp. Warum tun sich Männer so schwer, sich sensibel und verletzlich zu zeigen? Künstler Norbert Bisky zeigt genau dies in seinen großformatigen Porträts, oft von Männern. Der deutsche Maler ist ein genauer Beobachter. Sind die jungen Männer abgehängt? Frauen holen in Bildung und Erwerbsarbeit auf. Typische Männerjobs sind rar geworden, besonders in der Arbeiterklasse. Prekäre Verhältnisse kennt auch Schriftsteller Michael Pedersen in Schottland. Er weiß um den Kampf der Working-Class-Boys, die sich nicht mehr an der Männlichkeit der Väter orientieren können ("Der letzte Leuchtturm", Dumont Verlag). Studien zeigen, dass Männer der GenZ traditionelle Rollenmodelle bevorzugen. Wie bewahren wir Jungs davor, wütende und frauenverletzende Männer zu werden? Das beschäftigt Autor Fikri Anıl Altıntaş. In Workshops sucht er mit Schülern und Männern Vorbilder jenseits der Manosphere. In seinem Roman "Im Morgen wächst ein Birnbaum" (btb Verlag) verbindet er das Thema mit der eigenen Biografie. "Twist" trifft Künstler, die sich bereits länger mit diesen Fragen beschäftigen.
