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MDR
Do, 12.03.2026 | 21:15 - 21:45

Kultur (D 2026)

Auf Augenhöhe mit Orang-Utans Sie sind unsere nächsten Verwandten und uns in vielem sehr ähnlich: Orang-Utans, auch "Waldmenschen" genannt. Die Hamburger Naturfilmer Jens Westphalen und Thoralf Grospitz haben sich im Dschungel von Borneo auf ihre Spuren begeben. Die sanftmütigen Menschenaffen leben auf 90 Meter hohen Bäumen. Dank neuester Drohnentechnik konnten die Filmemacher der Affenmutter Sati und ihrer kleinen Tochter Huyan bis in die Wipfel der Bäume folgen und begegnen ihnen im Kronendach auf "Augenhöhe". Dabei sind ihnen einzigartige Aufnahmen gelungen von der liebevollen Fürsorge zwischen Mutter und Kind, inklusive inniger Kuss-Szenen, und beeindruckende Szenen intelligenten Verhaltens, wie der gezielte Gebrauch von Werkzeugen. Doch der Lebensraum der Orang-Utans in Borneo ist bedroht durch Abholzung und immer größere Ölpalmen-Plantagen. Die Naturfilmer zeigen, warum der Schutz der Regenwälder entscheidend ist für ihre Zukunft. Ein berührender Film mit spektakulären Bildern. "Wer möchte nicht im Leben bleiben" – der neue Roman von Helene Bukowski Nur ein kleiner Karton mit Briefen, ein paar Fotos und Audiokassetten ist es, den die Schriftstellerin Helene Bukowski eines Tages von der Bekannten ihrer Großmutter bekommt, verbunden mit der Bitte, etwas daraus zu machen. Er enthält den Nachlass einer jungen Frau, die ihrem Leben mit Anfang 20 ein Ende setzte. Christina hieß sie, 1961 ist sie geboren. Schon kurz nach ihrer Geburt beschließen die Eltern, dass sie Pianistin werden soll. Es folgt eine Wunderkind-Karriere in der DDR: erste Wohnzimmerkonzerte, Aufnahme in die Spezialschule für Musik in Berlin, Delegierung ans berühmte Tschaikowski-Konservatorium in Moskau. Anfangs zögerlich, dann mit wachsender Empathie nähert sich die Ich-Erzählerin den Überbleibseln der Biografie. Sie stellt Fragen, spricht die Protagonistin direkt an. Manchmal tritt sie in die Handlung, legt ihr die Hand auf die Schulter und flüstert ihr etwas zu. Auf ungewöhnliche Weise gelingt Helene Bukowski eine behutsame, empathische Annäherung, die Übergriffigkeit und fragwürdige Fiktion vermeidet und gleichzeitig vom Drama eines Lebens kündet, das am Ende an Erfolgsdruck und Einsamkeit zerbricht. "Wer möchte nicht im Leben bleiben" ist der Titel eines bekannten Pionierlieds, und so lautet auch Titel dieses Buches, das mehr sein will als ein weiterer DDR-Roman. Helene Bukwoski, 1993 in Berlin geboren, ist mit ihm für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. "artour" hat sie in Berlin getroffen. Porträt des Rappers Yung Pepp aus Leipzig Wie bei vielen jungen Musikern heutzutage, ging auch bei dem Indie-Rapper Yung Pepp, von einem Moment auf den anderen, alles ganz schnell. Im April 2025 postet er ein Reel auf Instagram, ein kurzer Ausschnitt aus seinem Song "Junge Träume aus Gold". Der Clip geht unerwartet viral, hat heute über eine Million Klicks. Und schon wird das letzte Dreivierteljahr für Yung Pepp zu einem Rausch. Er releast vier weitere Songs, die hunderttausendfach gestreamt werden. Spielt auf dem Splash, Deutschlands größtem Hip-Hop-Festival, gibt ein ausverkauftes Konzert auf der Moritzbastei in Leipzig und spielt Support bei großen deutschen Acts wie Clueso oder 01099. Jetzt gerade hat er seine erste eigene kleine Tour beendet. Und dabei ist Yung Pepp gerade mal 17 Jahre alt und steckt mitten in seiner Ausbildung zum Sozialassistenten. Eigene Musik macht er allerdings schon, seitdem er zwölf ist. Rappt über das, was er erlebt. Schönes, wie Trauriges. Es geht um seine Gang, um Zusammenhalt, sein Mädchen und was man eben so treibt als Jugendlicher in Leipzig-Plagwitz – dort ist er aufgewachsen. Seine Songs machen Spaß, und gleichzeitig schreckt er nicht davor zurück, sich verletzlich zu zeigen und sich deutlich politisch zu äußern: gegen Nazis, gegen die Politik, gegen all den Hass in der Welt. Es ist genau diese Mischung aus good vibes und Mitgefühl, die ihn besonders macht. "Manchmal fühl ich mich wie Spiderman, als ob die Zukunft an einem Faden hängt. Und wir mit all dem hier alleine sind, unter der Maske noch ein kleines Kind", singt er in seiner neusten Single "Spiderman". Dokumentartfilm Start: Kino von Volker Koepp "Chronos – Fluss der Zeit" Der Fluss Chronos ist der antike Name der Memel. Er durchfließt die Region Sarmatien – die Lieblingslandschaft des Regisseurs Volker Koepp. In seinem neuen Film "Chronos – Fluss der Zeit" begibt er sich erneut auf eine Reise in diese Region zwischen Ostsee und Schwarzem Meer – und kehrt dabei an die wichtigsten Orte seines Schaffens zurück. Dabei trifft er alte Weggefährtinnen und zeichnet nach, wie der Krieg in der Ukraine das Land und die Menschen dort geprägt hat. Wie durch die Arme des Deltas fließen Verbindungen zur deutschen Geschichte und Europa, zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Denn "Chronos – Fluss der Zeit" ist auch das Porträt einer Region im Wandel. Über fünf Jahre dauerten die Dreharbeiten. Die russische Invasion der Ukraine und die Pandemie prägen das Erleben genauso wie die sowjetische Vergangenheit und die Narben, die der Holocaust in den Gemeinschaften hinterlassen hat. "artour" trifft Volker Koepp zum Gespräch in seinem Lieblingskino, dem "Kino Krokodil". Kulturkalender * Uraufführung "Coming Up For Air", Oper Leipzig, Premiere am 14.3.2026 * Grace Weaver "Prélude", Ausstellung im Kloster unser lieben Frauen, Magdeburg, bis 16.8. * Konzert mit Kapa Tult, 14.3. Leipzig, 20.3. Erfurt, 21.3. Magdeburg

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