Russlands wilde 90er – Zwischen Demokratie und Putin

Russlands wilde 90er – Zwischen Demokratie und Putin
MDR
Di, 13.01.2026 | 22:10 - 23:10

Politik (D 2025)

Russland in den 1990er Jahren: ein Jahrzehnt der großen Hoffnungen – und noch größeren Enttäuschungen. Die meisten Russen verbinden mit den "wilden 90ern" Armut, Chaos und einen gescheiterten Staat. Diese Erfahrung wirkt bis heute nach. Ohne die 1990er ist Putins Herrschaft nicht zu verstehen. Der Film begibt sich auf Zeitreise. Nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 versprach der russische Präsident Boris Jelzin seinen Bürgern Demokratie, Marktwirtschaft und Wohlstand. Viele Russen aber konnten mit der neuen Freiheit nichts anfangen. Sie machten die Erfahrung, dass die Marktwirtschaft, genauso wie die freien Wahlen, ihnen nichts zu bieten hatten. Die undurchsichtige Privatisierung von Staatsvermögen und die Geburtsstunde der Oligarchie, "Raubtierkapitalismus", der Verfall des Rubels, die organisierte Kriminalität, gewaltige Unruhen im Herbst 1993, zwei Kriege in Tschetschenien, die weit verbreitete Korruption und die Staatspleite 1998 – die Erinnerung an die Ängste und die Unsicherheiten dieser Jahre hat sich in der kollektiven Psyche der Russen tief festgesetzt.